
photo by Vedia
A propos Organisation: Eigentlich wäre heute ein Beitrag zu Produktivität dran. Aber ich habe gestern völlig unbeabsichtigt und aus Versehen bereits einen Eintrag zu Produktivität geschrieben. Ich hatte meinen Wochenplan falsch im Kopf :-). Falls es überhaupt jemand bemerkt hat, dann möchte ich doch den geneigten Leser formell und schriftlich um Entschuldigung bitten :-).
Ich komme immer mehr und mehr davon weg, “normale” Anwendungen zu benutzen, welche auf meinem Computer installiert sind. Vielmehr versuche ich, meine Workflows an Online-Anwendungen anzupassen.
Gründe
Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Lizentierungspolitik: Schon seit längerem benutze ich keine Raubkopien mehr. Genauso wenig, wie ich meine Äpfel im Laden klaue, klaue ich auch keine Software (mehr). Trotzdem ist es sehr oft frustrierend, wenn man als Kunde zuerst mal verdächtigt wird und immer lang und breit beweisen muss, dass man das Produkt wirklich gekauft hat. Ich wechsle meine Computer relativ häufig und setze sie immer wieder neu auf. Das brachte mir schon mehrmals das Vergnügen, die Hotlines von Microsoft, Adobe usw. anzurufen, weil sich meine Programm nicht mehr aktivieren liessen. Mit freien Anwendungen auf dem Internet passiert mir dies nicht mehr.
- Kosten: Software ist häufig relativ teuer. Dabei gibt es sehr oft kostenlose Alternativen (off- und online). Diese mögen nicht immer so mächtig sein wie die teure Software, aber in der Regel brauche ich eh nur einen Bruchteil der Möglichkeiten davon.
- Mehrere Computer: Sobald man mehr als einen Computer regelmässig benutzt, kommen immer die Abgleichungsprobleme. Manchmal ist die aktuelle Version eines Dokuments auf dem Laptop, manchmal auf dem Desktop und manchmal sogar auf dem Bürocomputer. Mit Online-Anwendungen hat man von jedem Computer mit Internetanschluss direkt Zugriff auf alle Dokumente.
- Zusammenarbeit: Es kommt nicht sehr oft vor, aber ich teile mit meiner Freundin das eine oder andere Dokument, wo wir beide etwas hinein schreiben. Per Online-Anwendung können wir das nicht nur von überall her tun, sondern haben auch immer Zugriff auf die jeweils aktuellste Version (und die Vorversionen!).
Anwendungen
Ich möchte euch meine fünf liebsten Online-Anwendungen vorstellen. Es gibt heute zu praktisch jeder Aufgabe eine Online-Anwendung, die mindestens die Grundbedürfnisse erfüllt. Ganz umgestellt habe ich noch nicht, aber etwa 80% meiner Aufgaben erledige ich online.
- EMail: Naheliegend. Ich benutze GMail, weil mir das am meisten Möglichkeiten bietet, eine ansprechende und einfache Oberfläche hat und weil GMail einfach cool ist. Das Ziel war, dass ich von überall her Zugriff auf meine Mails habe. Und seit GMail auch IMAP unterstützt, kann ich mir sehr einfach ein Backup auf mein Windows Mail runter laden und die Mails sind immer noch online.
- Office: Wenn ich privat mal eine Tabellenkalkulation machen muss oder ein Textchen schreiben will, dann genügen mir in 90% der Fälle die ganz grundlegenden Funktionen von Microsoft Office. Eigentlich würde es auch Wordpad tun. Doch jetzt bin ich für diese Aufgaben auf GDocs (Goolge Documents) umgestiegen. Zwar bietet GDocs nicht so viel wie andere (Online-)Anwendungen, aber es ist für meine Zwecke (meist Listen, Brainstormings usw.) völlig ausreichend. Hier verwalte ich meine Ideen für Blog-Postings oder sonstigen Ideen, ich mache meine Budgets dort, ich verwalte die Kasse von meinem Fotoclub usw. Und wie schon erwähnt: Ich kann die Zusammenarbeit frei schalten und so z.B. meiner Freundin Lese- und/oder Schreibrechte geben. Sehr praktisch!
- Joe’s Goals: Ich benutze zwar viele Anwendungen von Google, aber es gibt auch noch andere :-). Joe’s Goals ist eines davon. Das ist ein kleines, einfaches und schickes Programm, das hilft festzuhalten, ob man seine Ziele und neuen Gewohnheiten erreicht bzw. auch umsetzt. Einfach mal ausprobieren, ich kenne kein anderes Programm, welches auf so simple, einfache und eingängige Art die Zielerreichung unterstützt.
- Writer: Wenn man einen Text direkt in der Textverarbeitung schreibt, ist man oft versucht, schon zu Beginn den Text perfekt erscheinen zu lassen. Man macht mal etwas fett, korrigiert alle Fehler usw. Das lenkt mich aber vom Schreibfluss enorm ab. Deshalb schreibe ich meine Blogeinträge meist mit dem Writer. Das ist ein ganz banales Programm mit schwarzer Oberfläche und grüner Schrift. Man kann einfach tippen wie auf einer Schreibmaschine und kaum mehr. Also perfekt um sich auf die Worte zu fokussieren. Zuhause benutze ich auch oft den Editor Q10, der ein paar Features mehr bietet, insbesondere eine Rechtschreibkorrektur, die mich schon oft gerettet hat. Das ist aber schon der einzige Grund, warum ich Q10 installiert habe.
- Lesezeichen: Ich kann es nicht ändern: Ich bin ein Google-Fan. Und so schliesse ich diese Liste mit den Google Bookmarks. So habe ich immer und überall Zugriff auf meine Lesezeichen. Via Toolbar von Google merkt man gar nicht, dass die Lesezeichen online verwaltet sind. Und wieder: Das Interface und die Bedienbarkeit von Google Bookmarks ist viel einfacher und bedienerfreundlicher als ähnliche Services (wie Mister Wong oder del.icio.us).
Nachteile von Online-Anwendungen
Diese Tools eignen sich vor allem für den privaten Gebrauch. Die meisten Leute sind vermutlich besser ausgestattet, als wirklich benötigt(hardware- und softwaremässig). Deshalb lassen sich viele Anwendungen gut ersetzten durch Online-Anwendungen. Geschäftlich hat man andere Anforderungen, die nicht alle gedeckt sind. Aber das ist nur eine Frage der Zeit. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die man auch wissen sollte:
- Backup: Zwar erstellen die Dienste alle sehr häufig Backups, aber man sollte sich nicht ganz darauf verlassen. Die meisten Anbieter geben nämlich kaum Informationen darüber. Deshalb sichere ich das Wichtigste auch auf meiner Harddisk und diese wiederum auf eine externe Harddisk.
- Erreichbarkeit: Klar ist: Wenn man ein Problem mit dem Internet-Zugang hat, ist man von all den schönen Inhalten abgeschnitten. Wenn man also geschäftlich oder sonst auf die Inhalte angewiesen ist, muss man sich dessen bewusst sein und sich allenfalls nach Alternativen umschauen.
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Hi Ivan,
du kennst kein anderes Programm, das so wie “Joe’s Goals” arbeitet? Mir fällt eines ein, allerdings gibt es das nur für den Mac. Ist jedoch auch das einzige Tool dieser Art, das ich kenne:
http://sciral.com/consistency/
LG Emilio
@Emilio: Danke für den Link! Ein interessantes Tool, obwohl ich es nicht so übersichtlich finde wie Joe’s Goals. Aber das ist letztendlich wohl Geschmackssache.