Die spannenden Ergebnisse der Zeitmanagement-Umfrage

Die Zeitmanagement-Umfrage

In den letzten Wochen hatten Sie die Gelegenheit, bei der Zeitmanagement-Umfrage mitzumachen. Hier sind die Ergebnisse.

Die Zeitmanagement-Umfrage

Selbstverständlich beansprucht die Umfrage keine wissenschaftliche Genauigkeit. Dazu ist die Datenbasis nicht nur zu gering, sondern ich habe absolut keine Informationen über diejenigen, die mitgemacht haben. Die Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass viele mitmachten, die bereits gut organisiert. Das ist natürlich kein realistischer Ausschnitt aus der Gesamtheit.

Macht aber alles nichts, ich wollte ja zwei Dinge:

  1. Meine Leser/innen besser kennen lernen.
  2. Hinweise darüber erhalten, wo Sie stehen.

Beides kann man aus dem Ergebnissen lesen.

Zu den Zahlen:
Insgesamt habe ich 102 Antworten erhalten. Vielen Dank an alle, die sich die Zeit für die Umfrage genommen haben!

Also dann, los zu den Fragen (ein Klick auf die Bilder vergrössert diese)…


Wie intensiv haben Sie sich schon mit dem Thema Zeitmanagement auseinander gesetzt?

Diese erste Frage war sozusagen zum Aufwärmen. Nicht sehr überraschend hat sich ein grosser Teil der Teilnehmer schon mehr oder weniger intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Sonst würden sie kaum hier mitlesen. Die Resultate:

  • Ich habe mich intensiv damit auseinander gesetzt: 43%
  • Ich habe schon mind. ein Buch darüber gelesen oder ein Seminar besucht: 27%
  • Ich lese ab und zu etwas darüber: 20%
  • Ich weiss ein paar Bruchstücke und Tipps: 8%
  • Ich hatte bisher noch keine Zeit dafür: 2%

Können Sie die Dinge, die Sie über Zeitmanagement wissen, umsetzen?

Dem weitaus grössten Anteil gelingt es, die Dinge, die sie über das Zeitmanagement wissen, auch tatsächlich mindestens teilweise umzusetzen (61%). 15% haben ihr Zeitmanagement sogar im Griff, was sehr erfreulich ist.

  • Ja, ich habe mein Zeitmanagement im Griff: 15%
  • Ja, ich kann einiges umsetzen: 46%
  • Geht so, ich kann sie zu wenig gut in meinem Alltag umsetzen: 36%
  • Nein, ich setze fast nichts davon um und habe einige Fragen: 2%
  • Ich hatte bisher keine Zeit, etwas davon umzusetzen: 1%

Wie beurteilen Sie Ihr momentanes Zeitmanagement?

Obwohl viele das Gelernte umsetzen können, beurteilen nur 8% ihr Zeitmanagement als sehr gut. Nun, über ein Drittel, nämlich 37% beurteilt es immer noch als gut, was sehr gute Werte sind.

Doch die Hälfte beurteilen ihr Zeitmanagement als neutral bis (sehr) schlecht, fast ein Fünftel hat sogar die negativsten Kategorien gewählt (schlecht und sehr schlecht).

  • Sehr gut: 8%
  • Gut: 37%
  • Neutral: 36%
  • Schlecht: 18%
  • Sehr schlecht: 1%

Wie viel Zeit pro Woche beschäftigen Sie sich mit dem Thema Zeitmanagement (inkl. Lesen von Blogs, Büchern etc.)?

Fast die Hälfte beschäftigen sich weniger als eine Stunde pro Woche mit dem Thema Zeitmanagement, über ein weiteres Drittel eine bis zwei Stunden. Das scheint mir vernünftig zu sein. Mit diesem Zeitaufwand kann man zweifellos sein Zeitmanagement erheblich verbessern bzw. ein funktionierendes System am Laufen halten oder optimieren.

  • weniger als 1h pro Woche: 44%
  • 1-2h pro Woche: 36%
  • weiss nicht: 8%
  • 2-4h pro Woche: 10%
  • >4h pro Woche: 2%

Nutzen Sie eine bestimmte Methode oder ein System (z.B. Getting Things Done, Der Weg zum Wesentlichen, …)?

Ich betone bei jeder Gelegenheit die Wichtigkeit, das eigene, passende System zu finden. Über die Hälfte lässt sich von bestimmten Methoden inspirieren, ein Viertel geht sogar eigene Wege. Dazu kann ich nur gratulieren!

Gleichzeitig ist dieser Weg natürlich auch herausfordernd, da manchmal essentielle Dinge von bestimmten Methoden weggelassen werden. Bestes Beispiel: Getting Things Done (GTD). Hier fällt häufig der Wochenrückblick weg, der aber eines der wichtigsten und zentralsten Elemente ist.

  • Ja: 18%
  • Teilweise. Ich habe ein paar Dinge von einigen Methoden übernommen und sie zu meinem System gemischt: 57%
  • Nein, ich nutze mein eigene Methode: 25%

Welches sind Ihre grössten Probleme beim Zeitmanagement?

Diese Antworten sind sehr spannend und haben mich – teilweise – überrascht. Schauen Sie selbst (es waren Mehrfachnennungen möglich; die Zahlen sind die Anzahl Nennungen):

  • Ablenkungen/Unterbrechungen : 76
  • Verliere viel Zeit mit Nebensächlichem: 54
  • Schiebe zu viel auf: 40
  • Zu viel zu tun: 30
  • Kann nicht “Nein” sagen: 28
  • Habe Mühe, bei einer Sache zu bleiben: 28
  • Bin unmotiviert: 24
  • Kann mich schlecht fokussieren/konzentrieren: 24
  • Habe keine Energie: 21
  • Schlecht organisiert: 14
  • Habe keine sinnvollen Ziele: 13
  • Bin zu langsam: 10
  • Habe kein “System”: 9
  • Finde die Dinge nicht (mehr): 8

Der Spitzenreiter ist nicht überraschend. Das deckt sich den Rückmeldungen aus meinen Seminaren und sonstigen Gelegenheiten.

Hingegen fand ich die “Silbermedaille” überraschend und auch ein wenig erschreckend. Offenbar gelingt es vielen nicht, sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu fokussieren.

Auch der dritte Platz gehört dazu: Aufschieber tun ja nicht nichts, sondern etwas anderes, weniger Wichtiges (z.B. Abwaschen als endlich die Steuererklärung auszufüllen; die Statistik nachführen, als den längst fälligen Projektbericht zu schreiben).

Mehr darüber finden Sie übrigens in meinem “Schwerpunkt Aufschieberitis“.

Der vierte Platz wiederum (“zu viel zu tun”) überrascht nicht wirklich. Ein gutes Zeitmanagement hilft, mehr Dinge in weniger Zeit erledigen zu können. Das geht aber nur bis zu einer gewissen Grenze. Irgendwann können Sie nicht noch mehr erledigen, ohne sich völlig zu verausgaben. Es gibt einen Punkt, an dem Sie objektiv zu viel zu tun haben und ein weiterer Mitarbeiter nötig ist.

Weshalb ich das schreibe? Ein gutes Zeitmanagement funktioniert und hilft zweifellos. Doch darf das Zeitmanagement nie vorgeschoben werden, um notwendige Personalentscheidungen zu umgehen. Leider geschieht dies häufiger.

Die meisten Antworten auf diese Frage hängen zusammen: Wer sich ständig ablenken lässt, verliert Zeit mit Nebensächlichem, hat Mühe, bei einer Sache zu bleiben und kann sich schlecht fokussieren. Oder wer keine Energie hat, schiebt eher auf und lässt sich leichter ablenken. Oder wer keine sinnvollen Ziele sieht, ist häufig unmotiviert, ohne Energie und lässt sich auch wiederum ablenken.

Die Reihenfolge der Antworten zeigt aber sehr schön, anhand welcher Symptome ein nicht so erfolgreiches Zeitmanagement am ehesten auffällt. Sehr spannend!


Falls Sie vorhaben, Ihr Zeitmangement zu verbessern: Was wäre der richtige Weg für Sie?

Auch diese Frage waren Mehrfachnennungen möglich. Hier die Rangliste:

  • Selbstlernkurs (im PDF-Format): 50
  • Artikel/Blogs: 49
  • Bücher: 32
  • Online-Seminar (Webinar): 31
  • Eins-zu-eins-Training: 26
  • Videokurs: 12
  • Klassisches Seminar: 11

Die ersten drei Plätze werden gleich durch eher passive Medien belegt: Die meisten Teilnehmer möchten sich selbst helfen und im eigenen Tempo vorwärts gehen.

Gleich danach folgen schon die Webinare. Eine sehr bequeme Möglichkeit sich weiterzubilden. Schön, dass sich Webinare immer mehr durchsetzen.

Auch Eins-zu-eins-Trainings sind noch gefragt. Das ist auch die beste Möglichkeit, eine massgeschneiderte Lösung zu erhalten.

Das klassische Präsenzseminar und die von den Online-Marketern hochgepriesenen Videokurs liegen abgeschlagen weit hinten. Das schlechte Abschneiden des klassischen Seminars überrascht mich etwas, das der Videokurse überhaupt nicht. Ich glaube, in meiner Branche sind weder die Videokurse noch die potentiellen Kunden so weit.


Haben Sie vor, in den nächsten 3-4 Monaten Ihre Probleme mit dem Zeitmanagement anzugehen bzw. zu lösen?

Hier freut mich natürlich der hohe “Ja”-Anteil. Und sogar insgesamt 80% wollen in den nächsten Monaten sicher oder vielleicht die Probleme mit dem Zeitmanagement angehen.

  • Ja: 46%
  • Vielleicht: 34%
  • Nein: 20%

Wie viel Zeit pro Woche sind Sie bereit zu investieren, um Ihr Zeitmanagement zu verbessern?

Gut die Hälfte sind bereits, eine bis zwei Stunden pro Woche in die Verbesserung des Zeitmanagement zu investieren. Das ist mass- und sinnvoll. In dieser Zeit können zweifellos rasch Verbesserungen erreicht werden. Es mag sein, dass während einer ersten Lernphase diese Zeit nicht reicht, doch diese Phase geht schnell vorbei.

Der Drittel, der weniger als eine Stunde investieren möchte, ist hoffentlich schon soweit organisiert, dass nur noch Optimierungen nötig sind. Für viel mehr reicht diese Zeit nicht.

  • <1h: 32%
  • 1-2h: 53%
  • 3-4h: 11%
  • >4h: 4%

Wie viel Geld würden Sie in ein besseres Zeitmanagement investieren (Seminar, Training, Bücher usw.)?

Auf die Antworten auf die Frage war ich natürlich so kurz vor der Veröffentlichung des Anti-Zeitmanagement sehr gespannt. Deutlich über die Hälfte möchten weniger als 100€ investieren. Das sind vermutlich die “Leser” von der Frage weiter oben nach dem geeigneten Medium.

Wer mehr Geld in die Hand nehmen möchte, sieht die Grenze dann bei 200€. Damit möchte 86% nicht mehr als diese 200€ ausgeben.

Bei den anderen tippe ich jetzt einfach mal auf Interessenten an einem Seminare/Webinar oder Training.

  • <100€: 57%
  • 100-200€: 29%
  • 200-300€: 9%
  • 300-400€: 3%
  • 400-500€: 1%
  • >500€: 1%

Fazit

Gerade die letzte Frage zeigt, dass bei denjenigen, die die Umfrage ausfüllten, der Leidensdruck nicht allzu gross zu sein scheint. Sonst wären sie vermutlich bereit, mehr Geld auszugeben. Diese These wird besonders durch die ersten Fragen gestützt.

Die Teilnehmer scheinen zwar eine gute Mischung meiner Leser zu sein. Schliesslich liest hier ja niemand regelmässig mit, der nicht am Thema und an einer Verbesserung interessiert ist. Das sind nach meiner Erfahrung häufig gleichzeitig genau diejenigen, die ohnehin schon überdurchschnittlich gut organisiert sind. Das zeigen auch wiederum die ersten Fragen.

Ich glaube aber, dass die Grundgesamtheit anders ist: In der “richtigen Welt” sind deutlich mehr Menschen schlecht organisiert, als es hier scheint.

Insgesamt geben mit die Ergebnisse interessante Einblick. Und gerade zu letzten Frage kann ich Ihnen versichern: Das Anti-Zeitmanagement wird für etwa 95% etwas dabei haben.
Es ist nämlich preislich (und damit auch von der Leistung her) gestaffelt, so dass jeder das bekommt, was er braucht.

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