Die drei grössten Schwierigkeiten im Zeitmanagement-Training und meine Lösung

Anti-Zeitmanagement

Seit einiger Zeit helfe ich Menschen, produktiver zu arbeiten. Ich zeige ihnen, wie sie ihr Zeitmanagement entscheidend verbessern können. Häufig gelingt mir das, manchmal auch nicht. Ich habe mich immer gefragt, woran das wohl liegt. Lesen Sie in diesem Artikel, welchen drei Schwierigkeiten ich in meinem Trainer-Alltag begegne und was meine Antwort darauf ist.



Eigentlich liegt es auf der Hand: Für jeden Trainer ist die größte Hürde die Frage nach dem Praxistransfer: Wie schaffe ich es, dass meine Kunden das Gelernte im Alltag auch tatsächlich umsetzen können?

In einem Eins-zu-eins-Training vor Ort ist das natürlich einfacher als in einem Workshop oder einem grösseren Seminar.

1. Problem: Weg aus dem Alltag

Sie kennen die Seminar-Situation: Sie sind weg vom Alltag, in einem schönen Seminarhotel, das Essen ist gut, die Leute sind nett, das Seminar ist interessant. Doch kaum sind Sie wieder an Ihrem Arbeitsplatz, sind Sie sofort von der Arbeit absorbiert, müssen das Verpasste aufholen (auch wenn es nur ein Tag war) und habe gar keine Zeit, das Gelernte umzusetzen.

Deshalb habe ich auch mit Webinaren (Online-Seminare) gearbeitet und dabei gute Erfahrungen gemacht. Hier kann ich ein Seminar auf wöchentliche, einstündige Online-Konferenzen aufteilen. Die Teilnehmer sind nicht aus dem Alltag gerissen und haben zwischen den Webinaren Zeit, das Gelernte umzusetzen. Schritt für Schritt, eines nach dem anderen.

2. Problem: Zeitmanagement für Linkshirnler

Eine weitere Hürde ist folgende: Viele Zeitmanagement-Methoden sind hervorragend, aber sprechen vor allem Linkshirnler an. Wer nicht sowieso schon gewohnt ist, ausgesprochen strukturell zu denken, hat Mühe mit vielen Methoden.

In einem Seminar mit Menschen aus sehr kreativen Berufen sagte Teilnehmer denn auch gleich zu Beginn:

“Zeitmanagement tötet jede Kreativität.”

Das mag etwas weit gehen, doch für einen solch kreativen Menschen mag es tatsächlich völlig abschreckend wirken, Aufgabenlisten zu führen, strukturiert zu arbeiten und Termine genau einzuhalten.

Nebenbei: Das Seminar war Teil einer Ausbildung, das im Fall des zitierten Teilnehmers zu einem Film-Diplom führt. Ich konnte anhand von Stellenanzeigen vom schwarzen Brett der Hochschule zeigen, dass kreative Menschen sehr wohl auch fähig sein müssen, strukturiert zu arbeiten: In allen Anzeigen waren neben Kreativität auch “strukturiertes Denken” und “Zuverlässigkeit” gefragt. Von einem “chaotischen Genie” stand da nie was…

3. Problem: Zaubertricks statt fundiertes Zeitmanagement

Und noch eine letzte Erfahrung aus meinem Traineralltag: Viele suchen den magischen Knopf, der alles in Ordnung bringt. Sie suchen nach dem ultimativen Trick, der ihnen hilft, sofort produktiver arbeiten zu können. Leider bleiben sie dann aber bei der Symptombekämpfung stehen, ohne die Ursachen zu beseiten.

Nur wer bereits gut bis sehr gut organisiert ist, kommt mit kleinen Tricks noch ein Stückchen weiter. Meistens müssen aber zuerst ganz grundsätzliche Dinge wie Einstellungen oder Glaubenssätze geändert werden, damit sich das Zeitmanagement verbessert. Der Glaubenssatz “ich muss immer erreichbar sein, sonst verpasse ich etwas Wichtiges oder Dringendes” stimmt für einen Feuerwehrmann, aber nicht zwangsläufig für eine Abteilungsleiterin.

Noch ein kleiner Exkurs: Es gibt ihn übrigens doch, den magischen Knopf. Ich habe ihn gefunden: http://make-everything-ok.com/ :-)

Was heißt das nun für ein erfolgreiches Zeitmanagement?

All das hat mich lange beschäftigt. Und ich habe mich gefragt:

  • Wie gelingt es, gelernte Dinge wirklich umzusetzen?
  • Wie kann ich meine Kunden befähigen, genau das aus meinen Dienstleistungen abzusaugen, was jeder einzelne wirklich braucht?
  • Wie kann ich helfen, dass meine Kunden das Beste aus der Zeit machen, die sie bei mir im Seminar sitzen oder mit mir zusammenarbeiten?

All meine Überlegungen gipfeln in der Frage:

Wie kann ich Leute dahin bringen, sich selbst helfen können und Veränderungen umzusetzen?

Diese Gedanken und Fragen beschäftigen (hoffentlich!) alle Trainer und Pädagogen seit Jahrhunderten. Ich maße mir nicht an, die allein seligmachende, ultimative Super-Lösung gefunden zu haben, sonst wäre ich wieder bei den Zaubertricks, die es nicht gibt.

Aber ich habe eine Lösung gefunden, die sicher das Beste ist, was ich bisher produziert habe, und die sich von vielen, bisherigen Lösungen durch ihre Neuartigkeit unterscheidet.

Ich spreche vom Anti-Zeitmanagement.

Was ist das Anti-Zeitmanagement?

Das Anti-Zeitmanagement ist ein umfassender Kurs, der Ihnen hilft, produktiver zu arbeiten.

Fast alle bekannten Zeitmanagement-Methoden greifen zu kurz. Sie sind zu sehr strukturiert, man muss sie ganz oder gar nicht anwenden (z.B. GTD) oder sie denken zu wenig breit.

Es geht doch heute nicht mehr darum, wie man eine Aufgabenliste führt, welche Software man dafür nutzen soll und ob man Kategorien vergeben soll oder nicht. Es geht auch nicht mehr darum, noch mehr und noch schneller zu arbeiten. Kurz: Viele Zeitmanagement-Methoden helfen im besten Fall, das Hamsterrad noch schneller zu drehen, aber verhelfen nicht zu weniger Stress, mehr Zufriedenheit oder entspannterem Arbeiten.

Die wichtigsten Fragen

Die wirklich wichtigen Fragen sind doch heute:

  • Wie kann ich mein Potential abrufen?
  • Wie kann ich das erreichen, wozu ich wirklich fähig bin?
  • Wie kann ich meine Energie so einsetzen, dass ich abends vielleicht müde, aber nicht ausgelaugt bin.
  • Wie schaffe ich es, mich zu motivieren?
  • Wie schaffe ich es, am Montag Morgen mit Freude aufzustehen?
  • Wie handle ich im Einklang mit meinem Wünschen, Zielen und Visionen?

Das sind doch die entscheidenden Fragen (neben vielen anderen in der gleichen Richtung) und nicht: Soll ich die Mailbenachrichtigung ausschalten? Soll ich die Ablage nach Alphabet oder nach Thema ordnen? Soll ich Aufgabenlisten auf Papier oder digital führen?

Kein Zweifel: Die letzteren Fragen sind auch wichtig, aber sie sind doch nur eine Teilmenge der anderen Fragen. Die anderen Fragen sind ungleich wichtiger, legen sie doch das Fundament für die alltägliche Arbeit.

Für einen Teil von Ihnen sind solche Fragen sogar essentiell. Ich denke an alle Leute mit viel Freiraum: Unternehmer, Selbstständige, Freelancer, Freiberufler, Führungspersonen usw. Besonders Sie müssen es schaffen, sehr produktiv arbeiten zu können, ohne sich auszusaugen.

Die 5+2 Prinzipien des Anti-Zeitmanagements

Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich das Anti-Zeitmanagement in sieben Prinzipien. Dass es sieben Prinzipien geworden sind, ist Zufall, die Ähnlichkeit zum Klassiker erst recht. :-) 5 Prinzipien reichen einfach nicht, 9 sind zu viel.

Eigentlich spricht das Anti-Zeitmanagement ohnehin von 5+2 Prinzipien: 5 Alltagsprinzipien, die aber nur greifen, wenn die beiden Basisprinzipien auch gelebt werden.

Da jeder Mensch anders denkt, sich in anderen Bereichen Herausforderungen gegenüber sieht und anders lernt, kann solch ein Kurs nur modular aufgebaut sein. Das heißt, das Anti-Zeitmanagement bietet als Grundstein eine sehr knappe, hoch verdichtete Präsentation der wichtigsten Themen. Jeder Nutzer taucht dann genau dort weiter ein, wo er den größten Nutzen sieht. Dazu bietet das Anti-Zeitmanagement eine Vielzahl an Materialien und Hilfestellungen (von Artikeln nur für Teilnehmer über kleine Tipps per E-Mail bis zu Webinaren).

Bald sind Sie dran

Wie Sie unzweifelhaft festgestellt haben, war ich in den letzten Wochen hier im Blog nicht mehr gleich aktiv wie die Monate davor. Das lag am Anti-Zeitmanagement.

Ein solch umfangreiches, neuartiges Vorhaben muss zuerst reifen, und es muss unglaublich viel be- und durchdacht sein. Doch ich komme gut voran. Lange dauert es nicht mehr und das Anti-Zeitmanagement ist hier auf blatternet.de erhältlich (vorerst als Selbstlernkurs, später dann sicher auch in weiteren Formen).

Ich will Ihnen noch nicht mehr verraten, außer dass das Anti-Zeitmanagement im Verlaufe des ersten Quartals kommt. Nur so viel: Die Rückmeldungen der Beta-Tester sind sehr gut, genauso wie die hilfreichen Hinweise, die ich fast alle aufgenommen habe.

Bleiben Sie dran, bald folgt mehr…

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Kommentare

  1. Daniel meint:

    Das hört sich interessant an, ich bin gespannt wie es weiter gehen wird.

  2. Lieber Herr Blatter, mit sehr großem Interesse lese ich Ihre Newsletter und ich bin ganz Ihrer Meinung, dass es bei dem Thema “Zeitmanagement” nicht in erster Linie darum geht, noch besser seine Todo-Listen zu schreiben usw. Es geht vielmehr darum, sich selbst in der heutigen Arbeitswelt managen zu können, so dass es einem gut geht. Zeit lässt sich eh nicht managen, nur sich selbst kann man managen. So bin ich sehr gespannt auf Ihr Programm.

    Herzliche Grüße

    Brigitte Hettenkofer

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