Drei Tipps, die bei Unterbrechungen wirklich helfen

Kollege Jochen Mai von der Karrierebibel schrieb am Montag einen Artikel mit dem Titel “Kurze Unterbrechung: Kleine Ablenkungen verdoppeln Fehlerquote”. Dort berichtet er über eine Studie von Erik Altmann, einem Psychologie-Professor an der Michigan State University. Der untersuchte die kurzen Unterbrechungen wie den Vibrationsalarm, die Vorschau einer neuen E-Mail oder durch eine SMS.

Das Resultat ist so schlicht wie fatal: Die Fehlerquote verdoppelt sich.

Steve Pavlina schrieb am Sonntag über dieselbe Problematik und lieferte noch ein paar weitere Zahlen (allerdings ohne Quellenangabe): “Please Don’t Interrupt”

Die Tipps, um diesem Problem Herr (und Frau) zu werden, gehen immer in eine ähnliche Richtung: Unterbrechungen minimieren.

Diese Tipps mögen helfen, doch sind sie oft unrealistisch. Wir können (und wollen!) uns ja nicht abschotten. Deshalb glaube ich, dass man das Ganze etwas breiter anschauen muss.

Die Frage ist nämlich nicht:

Wie kann ich Unterbrechungen verhindern?

Sondern die entscheidenden Fragen sind:

Wie viel kann ich vertragen? Wie viel Zeit, in der ich nur eine Sache mache, brauche ich für meinen Job? Wie viel ist sinnvoll?

Unsere heutige Arbeitswelt basiert auf parallelen Prozessen. Wir müssen lernen, damit umzugehen, anstatt Single- und Multitasking gegeneinander auszuspielen. Hauptsache wir wissen, worauf wir uns persönlich einlassen. Und Hauptsache wir entscheiden uns je nach Situation bewusst für das eine oder andere.

Wir müssen lernen, mit parallelen Prozessen umzugehen, anstatt Single- und Multitasking gegeneinander auszuspielen.
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Hier sind drei Tipps, die Ihnen dabei helfen.

Stille Zeiten

Nutzen Sie so oft wie möglich „stille Zeiten“, also Zeiten, zu denen Sie sich nicht stören lassen. Leiten Sie dann das Telefon um, schließen Sie Ihr Mailprogramm, schalten Sie Ihr Handy aus und schließen Sie die Türe.

Nutzen Sie so oft wie möglich „stille Zeiten“, also Zeiten, zu denen Sie sich nicht stören lassen.
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Am besten sind dazu die frühen Morgen- oder späten Nachmittagsstunden geeignet, wenn sowieso weniger Unterbrechungen auftreten. Oder gehen Sie entweder früher oder später in die Mittagspause. Wenn Sie dann wieder oder noch am Arbeitsplatz sitzen, sind viele andere Leute in der Pause, und Sie haben Zeit für die wirklich wichtigen Dinge.

Schaffen Sie sich täglich solche stillen Zeiten, mindestens eine halbe Stunde, noch besser eine ganze Stunde oder 90 Minuten.

Umgang mit Zufälligkeiten

Legen Sie sich auf dem Schreibtisch Notizpapier zurecht. Werden Sie unterbrochen, dann nehmen Sie sich die Zeit zu überlegen, ob Sie sich sofort um die Unterbrechung kümmern müssen oder nicht. Falls nicht, dann notieren Sie rasch ein Stichwort und bleiben Sie bei der aktuellen Aufgabe.

Nehmen Sie sich immer die Zeit zu überlegen, ob Sie sich um eine Unterbrechung sofort kümmern müssen oder nicht.
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Singletasking

Versuchen Sie, sich so oft wie möglich auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Halten Sie sich täglich Zeit frei, in der Sie bewusst nur eine Sache erledigen.

Arbeiten Sie immer zur selben Zeit in diesem Singletasking-Modus, am besten zu den Randzeiten: Am morgen als erstes, vor oder nach der Mittagspause oder am Abend als letztes. Wobei letzteres die ungünstigste Variante ist, da Sie vor Feierabend nicht mehr die volle Energie haben wie beispielsweise am Morgen. Reservieren Sie sich für das Singletasking mindestens 30 Minuten pro Tag, idealerweise 90 Minuten.

Halten Sie sich täglich Zeit frei, in der Sie bewusst nur eine Sache erledigen.
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