Arbeitsorganisation und Meditation

Wie letze Woche berichtet, bin ich Tester der YuKoN-Methode von Jörg Weisner. Meine aktuelle Herausforderung ist, jeden Tag 10 Minuten zu meditieren. Auf blatternetyukon.tumblr.com konnten Sie täglich ein Update über meine Erfahrungen mitlesen. In diesem Artikel möchte ich kurz zurück blicken und ein paar Worte verlieren, was Meditation mit Arbeitsorganisation zu tun hat.
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Rituale: Damit der Tag nicht aus dem Rahmen fällt

Desperatly Seeking Kat

photo by KatColorado

Vor einiger Zeit habe ich bereits einmal über die Vorteile von Routinen geschrieben. Mit Hilfe von Routinen kann man neue Gewohnheiten erlernen und erreichen, dass sie sozusagen automatisch ablaufen. Ein ähnliches Thema, über welches ich heute schreiben will, ist das Thema “Rituale”. Rituale – und ich meine nicht spirituelle Übungen – können uns helfen, das zu erreichen, was wir uns vornehmen. Denn Rituale geben dem Tag eine Struktur und verhelfen zu Stabilität. Sie helfen, eine Beziehung zu pflegen und uns auf neue Aufgaben einzustimmen. Und mit Hilfe von Ritualen können wir unsere Produktivität steigern.

Wozu Rituale?

Rituale sind zunächst Handlungen, welche nach bestimmten Regeln ablaufen, einen feierlichen Charakter haben und meist einen hohen Symbolgehalt transportieren. Man denkt dabei natürlich an religiöse Feste oder an Feiern an einem Übergang (Hochzeit, Beerdigung, Aufnahmerituale usw.). Sie können durchaus weltlicher Natur sein und sogar im Alltag einen festen Platz einnehmen. Denn schon nur mit seinen Kumpels jeweils am Donnerstag ein Bier trinken zu gehen, kann ein Ritual sein: Es läuft immer gleich ab und hat einen festen Platz im Alltag.

Rituale empfehlen sich besonders für Dinge, die man regelmässig machen muss oder will, aber die nicht dringend sind. Ich denke da beispielsweise an das Planen von Aufgaben (was will ich heute erleidgen?) oder an Reviews (was klappte heute, was nicht?). Aber auch bei den ganz alltäglichen “Übergängen” (vom Bett in den Arbeitsalltag, vom Büro in den Feierabend oder “vom Sofa ins Bett”), können Rituale helfen, einen Abschnitt zu beenden und den neuen zu beginnen. Heute möchte ich mich auf zwei grundlegende Rituale konzentrieren, die den Tag umrahmen: Das Morgenritual und das Abendritual.

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Wie Stille verändern kann

Sunset

photo by Sgt. Gooch

Es tut jedem Menschen gut, wenn er sich ab und an zurück zieht und Zeit mit sich und in Stille verbringt. Stille findet man nicht nur in einem abgeschlossenen Raum, sondern generell an einem sehr sehr ruhigen Ort ohne Ablenkung. Ich bin davon überzeugt, dass das sogar nötig ist, um wieder die Verbindung mit sich selber aufzunehmen und sich zu spüren. Zu oft überschütten wir diese Verbindung mit irgendwelchen Dingen oder mit Sorgen, Ängsten und Begierden. Man bemerkt es zwar nicht gleich, weil man sich ja häppchenweise zuschüttet. Irgendwann aber realisiert man, dass man sein Leben oberflächlicher lebt und nicht mehr so aus der Tiefe schöpfen kann wie vielleicht früher noch. Dann ist wieder ein Rückzug von der Welt und zu sich selbst notwendig. Ich sage das jetzt so einfach, aber ich weiss, dass das die wenigsten Menschen auch tatsächlich können oder tun. Empfehlen kann ich es aber jedem.Weiterlesen

5 Wege, seiner Bestimmung näher zu kommen

Seifenblasen

photo by SaylaMarz

In letzter Zeit habe ich ein wenig den Draht zu mir verloren. Das ist nicht schlimm, denn es gibt immer wieder solche Phasen, und das muss ich hier auch nicht detailliert ausbreiten. Über was ich aber unbedingt schreiben will, ist über meine Lösung: Um mir wieder nahe zu kommen, habe ich mich auf die Suche nach meiner Mission, nach meiner Berufung gemacht und mein Leitbild ergänzt. Dieser Prozess ist unglaublich lehrreich und spannend. Er verbindet uns mit uns selbst, mit unserem tiefsten Inneren, mit unserer Seele.Weiterlesen

10 Tipps, sein Leben zu entschleunigen

Wie wohl jeder, fühle ich mich manchmal gehetzt. Das scheint eine Krankheit unserer Zeit zu sein. Interessant ist, dass ich geschrieben haben “ich fühle mich gehetzt” und nicht “ich werde/bin gehetzt”. Denn oftmals hetzen wir uns selber. Sicher, jeder hat sehr viel zu tun, der Druck am Arbeitsplatz ist enorm und wir wollen ja auch was von unserer freien Zeit haben. Aber trotzdem haben wir selber unser Leben beschleunigt. Es gibt aber Hoffnung: Genauso, wie man sich hetzen lassen kann, kann man sich selber auch entschleunigen. Hier ein paar Tipps:

  1. Essen: Versucht mal, einfach zu essen, ohne gleichzeitig Zeitung zu lesen, fernzusehen oder im Internet zu surfen. Das tut der Verdauung und auch der Seele gut!
  2. Langsam gehen: Ich habe eine relativ grosse Schrittlänge. Und das habe ich lange ausgenutzt. Doch irgendwann habe ich gemerkt, dass ich vielleicht 2-3 Minuten früher, aber dafür gehetzter am Ziel bin, wenn ich schnell gehe. Seither versuche ich langsamer zu gehen. Oder besser: Bewusst zu gehen.
  3. Nicht im Sägemehl sägen: Was gesägt ist, ist gesägt. Oder: Wir können die Vergangenheit nicht mehr ändern. Was war, war. Es ändert sich auch nicht, wenn wir ständig noch so angestrengt denken: “Hätte ich doch…”.
  4. Back to the Future: Leider leben wir nun mal hier und jetzt. Wir leben nicht in der Zukunft und wissen auch nicht, was kommt. Wer im Moment lebt, ist hier verankert und aufmerksam. Dabei bemerkt er viele Gelegenheiten, wie er seinjetziges Leben und seine Zukunft beeinflussen kann. Wer in der Zukunft lebt, lebt in Möglichkeiten und Träumen, aber nicht in der Realität.
  5. Im Hier-und-Jetzt leben: Im Hier-und-Jetzt leben heisst: im Augenblick zu sein, in der Gegenwart leben, aus der Vergangenheit seine Lehren zu ziehen, aber sie dann ruhen zu lassen, seine Ziele verfolgen, aber nicht in der Zukunft zu leben.
  6. Auszeiten: Um wieder mit sich selbst in Kontakt zu treten und um sich zu erholen, braucht jeder Mensch Auszeiten. Die können kurz sein (z.B. ein heisses Bad) oder auch länger (Urlaub). Aber brauchen tut sie jeder, damit die Batterien wieder aufgeladen werden.
  7. Ruhe: Fantastisch, was Ruhe alles bewirken kann: Man wird ruhiger (ach nee…), geduldiger, fühlt sich aufgehoben und kommt sich ganz nahe. Ich versuche, mir jeden Tag in einem kleinen Ritual 15 Minuten Zeit für mich zu nehmen. So startet der Tag einfach besser.
  8. Bewegung: Bewegung tut unserem Körper und unserem Geist gut. Ich persönlich bin kein Fan von Fitness-Studios, da geht’s mir zu gehetzt zu. Aber ich spaziere fast jeden Tag ins Büro, was doch immerhin 20-25 Minuten sind. Entgegen Punkt 2 gehe ich ziemlich rasch, um meinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Im Büro bin ich dann aufgeweckt, fit und fröhlich.
  9. Zuhören: Oft vergessen wir, unseren Liebsten wirklich zuzuhören. Vielmehr haben wir einen Plan im Kopf, den wir unbedingt umsetzen wollen. Die Tagesschau naht, aber mein Schatz will einfach nicht aufhören, ihren Tag bei mirabzuladen . Wenn ich mich jedoch ihr ganz gebe und ihr zuhöre, da pflegt das nicht nur die Beziehung, sondern ich verstehe sie immer ein wenig mehr. Ausserdem ist das ein ganz intimer Moment, indem sie sich mir anvertraut.
  10. Nichts tun: Das ist etwas, was mir enorm gut tut, aber was mir auch sehr schwer fällt: Einfach nichts tun. Nichts lesen, nichts anschauen, nicht surfen. Sondern einfach eine Tasse Tee trinken, den Stuhl ans Fenster rücken und rausschauen. Oder (falls ihr einen Holzofen habt): Einfach zuschauen, wie das Holz verbrennt. Oder: Dem Regen zuschauen.

Der Sorgenbaum


photo by joaobambu

“Ein Mann beauftragte einen Handwerker damit, einige Arbeiten zu erledigen. Gleich am ersten Tag ging jedoch alles schief. Ein Werkzeug, das dieser für den Auftrag benötigte, war defekt, die Arbeit war aufwändiger als zunächst angenommen, und zu guter Letzt gab der Wagen des Handwerkers auch noch den Geist auf. Der Auftraggeber bot an, ihn nach Hause zu fahren, und im Gegenzug lud der Handwerker ihn dann ein, doch noch auf einen Sprung mit reinzukommen. Als sie auf die Haustür zugingen, beobachtete der Mann, wie der Handwerker, der verständlicherweise deprimiert war, etwas Seltsames tat: Er ging zu einem kleinen Baum im Vorgarten und berührte dessen untere Zweige mit beiden Händen. Als er anschliessend die Haustür öffnete, schien sich sein Verhalten komplett verändert zu haben. Sein Gang war aufrecht und mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht umarmte er seine beiden kleinen Kinder und gab seiner Frau einen Kuss.
Als der Auftraggeber sich später von dem Handwerker verabschiedete, erkundigte er sich: “Was haben Sie da eigentlich vorhin gemacht, bevor wir ins Haus gegangen sind?”
“Oh, das da draussen ist mein Sorgenbaum”; entgegnete der Arbeiten. “Ich kann nichts dagegen tun, dass ich bei der Arbeit mal Probleme habe, aber zu Hause haben sie nichts zu suchen. Deshalb hänge ich sie jeden Abend, bevor ich mein Haus betrete, an diesem Baum. Das Lustige dabei ist, dass mich, wenn ich am nächsten Morgen rauskomme, immer weniger Probleme erwarten, als ich meine, am Abend zuvor dort hingehängt zu haben!”

Fiona Castle/Jan Greenough, “Einfach leben”, S. 15f.

Beziehungspflege: Trag Sorge zu Dir


photo by TaMiMi Q8

Jeder Mensch lebt in verschiedenen Rollen und hat die unterschiedlichsten Beziehungen: Man ist Ehepartner, Vater/Mutter, Freund, Arbeitnehmer usw. Und damit hat man eine Beziehung zu seinem Partner, seiner Partnerin, zu seinen Kindern, zu seinen Freunden, zu seinen Kollegen usw. Wir wenden viel Zeit auf, um diese Beziehungen zu pflegen. Und das ist auch gut so! Doch eine Beziehung ist genau so wichtig und muss genau so bewusst und intensiv gepflegt werden: Nämlich die Beziehung zu und mit sich selbst. Diese Beziehung wird oft vergessen. Wer regelmässig den Draht zu sich selbst wieder herstellt, ist meist ausgeglichener und ruht in sich. Es gibt verschiedene Namen für diese Art von Beziehungspflege. Wer religiös ist, pflegt die Beziehung zu sich selbst automatisch mit, wenn er die Beziehung zu Gott oder zum Göttlichen pflegt. Wer damit Mühe hat, kann sich vorstellen, die Verbindung zu seiner Seele oder seinem innersten Ich zu pflegen.

Hier einige Tipps, wie ihr dies konkret tun könnt:

  1. Der Klassiker: Beten. Gott ist nicht irgendwo im Himmel oder weit weg. Gott ist in uns, in einem geschützten Raum ganz tief in uns. Ein Raum, wo nur wir Zugriff haben, den wir aber manchmal nicht finden. Wer betet, nimmt nicht nur Kontakt mit Gott auf, sondern betritt seinen innersten Raum und ist sich ganz nahe.
  2. Meditieren: Es ist nicht jedermanns Sache zu meditieren. Wer es schafft, dies regelmässig zu tun, merkt, wie er ruhiger und ausgeglichener wird. Es gibt verschiedenste Methoden der Meditation: Sitzmeditation, Atemmeditation, christliche Meditation usw. Man kann auch gänzlich ohne religiösen Inhalt meditieren. Man muss sich also nicht gleich auf ein ganzes Glaubensgebäude einlassen, um zu meditieren. Man kann ganz einfach auch meditieren, um sich etwas Gutes zu tun.
  3. Noch ein Klassiker: Tagebuch schreiben. Viele von uns haben schon Mal versucht, regelmässig Tagebuch zu schreiben (auch Männer!). Diejenigen, die durchhalten, berichten von den Vorzügen. Der Vorteil scheint gar nicht so sehr darin zu bestehen, in seine Vergangenheit zurückblättern zu können, sondern viel mehr, seine Gedanken und Gefühle zu ordnen. Weitere Vorteile findet ihr beim ririanproject. Und falls ihr danach Lust habt, es auszuprobieren, dann findet ihr bei Scott Ginsberg viele verschiedene Arten von Tagebuch schreiben. Oder man kann auch nur ein Ein-Satz-Tagebuch schreiben. Viele spannende Varianten!
  4. Natur: Ich staune immer wieder, wenn mir Menschen erzählen, wie viel Kraft sie aus der Natur schöpfen können: Spazieren, wandern, einfach Dasitzen usw. Ich liebe die Natur, aber habe meist “Wichtigeres” zu tun als zu spazieren. Obwohl ich weiss, wie viel es mir gibt, einfach die Natur zu geniessen. Wichtig ist, dass man regelmässig in die Natur geht. Wieso nicht nach dem Abendessen einfach eine halbe Stunde spazieren gehen? Oder vielleicht sogar morgens? Selbst in einer Stadt gibt es sicherlich grüne Oasen, wo man auftanken kann.
  5. Bewegung: Bewegung ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Seele. Ich denke in diesem Zusammenhang aber nicht unbedingt an Sport, sondern wie beim Punkt 4 ans Spazieren. Seit ein paar Wochen versuche ich, zu Fuss zur Arbeit zu gehen. Das dauert 20-25 Minuten und ich komme frisch im Büro an. Und noch besser: Ich fühle mich eins mit mir. Wenn zu weit weg vom Büro wohnt, der kann vielleicht nur ein Teilstück zu Fuss zurücklegen. Lasst euer Auto mal ein paar Strassen weiter weg stehen oder steigt ein paar Stationen früher aus der U-Bahn aus.
  6. Wellness für Arme: Nehmt den Titel nicht zu ernst! Was ich meine, ist beispielsweise ein Bad nehmen oder einen Nachmittag lang einfach sein, z.B. auf dem Balkon oder im Garten. Sich treiben lassen, den Augenblick geniessen! Eine Zeit lang war der Samstagmorgen mein Wellnesstag: Ich habe dann gemütlich geduscht, anschliessend mich langsam und bewusst rasiert, ein paar Häärchen gezupft (jaaaa, auch Männer sollten das von Zeit zu Zeit tun) usw. Einfach eine Körperpflege von mir und nur für mich.
  7. Lesen: Obwohl Lesen intellektuell fordern kann, ist es doch ein Weg, seine Zeit sinnvoll zu nutzen und auch zu sich selbst zu finden. Besonders dann, wenn man “einfach so” liest, ohne zu müssen, ohne etwas erreichen zu wollen, ohne sich bewusst weiter zu bilden.

Gemeinsam ist allen Punkten:

  • Zeit mit sich selbst verbringen.
  • Keine Ablenkungen
  • L’art pour l’art. Einfach tun, um des Tuns willen.
  • Regelmässigkeit

Die Auswirkungen sind nicht gleich zu spüren, aber doch nach wenigen Tagen oder Wochen (je nachdem). Lohnen tut es sich aber auf alle Fälle!

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