Weshalb mich auch ein kaputter Computer nicht stoppen kann

Welch ein Jammer
Geräte gehen kaputt, leider auch Computer. Wenn aber mindestens 80% aller Unterlagen und damit fast das gesamte Business nur digital vorhanden sind, kann das schnell in einer Katastophe enden. Genau das ist mir passiert…

Allerdings mit einem wesentlichen Kleinigkeit: Der kaputte Computer hat etwa 2-3 Stunden gekostet und ich habe nicht ein einziges Byte verloren.

Wie ich mich auf diesen Fall schon seit Jahren vorbereite, erläutere ich Ihnen hier.

Was ist passiert?

Computer gehen kaputt, auch schon – wie in diesem Fall – nach knapp vier Jahren. Und selbstverständlich immer dann, wenn man sowas grad nicht brauchen kann. Wobei: Brauchen kann man das sowieso nie.

Um überhaupt produktiv arbeiten zu können, benötigt man die entsprechende Infrastruktur. Ist praktisch das gesamte Business digital – wie bei mir -, dann sind Vorkehrungen für den Worst-Case unverlässlich.

Doch der Reihe nach: Wie Sie sicherlich gesehen haben, steht die Veröffentlichung des Anti-Zeitmanagements bevor. In dieser sog. Launch-Phase ist einiges zu tun: Das Produkt muss rechtzeitig fertig gestellt sein, die Webseite vorbereitet werden, diverese weitere Texte geschrieben werden und vieles mehr. Genau in solch einer Phase kann man alles gebrauchen – ausser einem defekten Computer…

Anfangs der letzten Woche zeigt jedoch mein Computer plötzlich völlig unspezifische Probleme: Die Internet-Verbindung brach ab und zu ab; ich konnte fröhlich Programme starten, aber sobald ich auf Ablage/Öffnen klickte, blieb er hängen; ich konnte meine Time Machine manuell problemlos aufrufen, doch das Backup-Programm fand sie nicht und vieles mehr. Die Festplatte war laut Diagnoseprogramm in Ordnung und all meine Versuche und Recherchen halfen nichts.

Also fragte ich im Laden: Lohnt es sich, eine Reparatur eines 4jährigen Computer ins Auge zu fassen, wenn die Symptome so unspezifisch sind? Die Antwort war klar und logisch: Nein.

Das hat mich weder überrascht noch erschüttert, wollte ich doch ohnehin den Computer dieses Jahr ersetzen, sobald die neuen Apple-Modelle erscheinen. Bei Apple weiss man allerdings nie, wann das der Fall sein wird und welche Merkmale neue Modelle haben werden. Deshalb wäre ich froh gewesen, der Computer hätte noch ein halbes Jahr durchgehalten.

Glücklicherweise habe ich “zufällig” noch einen Laptop, den ich unterwegs brauche, so dass ich problemlos weiter arbeiten konnte. So problemlos ging das deshalb, weil ich auf einen Totalausfall vorbereitet bin.

Der Grund ist einfach: Verliere ich all meine Computerdaten, verliere ich mein Geschäft. Und zwar komplett. Mein Workflow ist rein digital. Dokumente lege ich nur dann auf Papier ab, wenn es das Gesetz erfordert. Alles andere lege ich digital ab bzw. erhalte es schon von Beginn an nur digital (z.B. fast alle Rechnungen). Das erfordert ein paar Vorkehrungen:

Ein Einblick in mein Setup

Backups

Oberstes und wichtigstes Gebot ist natürlich, immer genügend und zuverlässige Backups zu haben.

Ich fahre dreigleisig:

  1. Die meisten Dokumente sind in meiner Dropbox gesichert. Damit habe ich auch das Problem der Synchronisation zwischen Computer und Laptop gelöst: Sobald ich den Laptop einschalte synchronisiert er alle Dateien mit der Dropbox.
  2. Dann sichere ich gesamte Festplatte auf einer TimeCapsule. Für Nicht-Mac-Nutzer: Das ist eine externe Festplate mit einem Router verschmolzen. Das Betriebssystem macht stündlich im Hintergrund ein Backup. Völlig automatisch und zuverlässig.
  3. Und schliesslich habe ich eine externe Festplatte ausser Haus, auf die ich einmal monatlich die Festplatte des Computers spiegle. Die Idee: Brennt das Haus nieder, nützt mir meine Backup-Festplatte im Raum neben dem Computer herzlich wenig.

Laptop

Als Trainer bin ich häufiger unterwegs. Mein Laptop ist immer dabei. Ich habe ein sehr kleines, leichtes Modell (MacBook Air) mit einer kleinen Festplatte. Deshalb sind hier nur die wichtigsten Programm installiert und die wichtigsten Dokumente via Dropbox gespeichert. Damit kann ich aber mindestens 90% aller anfallenden Arbeiten nahtlos am Laptop erledigen.

Von Hand synchronisieren? Dank Dropbox kein Problem. Dateien auf USB-Sticks hin und her schieben? Dank Dropbox längst passé.

Externe Festplatten für spezielle Zwecke

Mein Computer hat(te) eine eher kleine interne Festplatte: Nur 320GB. Das reicht nicht für meine umfangreiche Fotosammlung (ich bin Hobby-Fotograf mit mehreren 10’000 Bildern) oder für meine Musik (ich habe all meine CDs digitalisiert). Diese liegen auf externen Festplatten herum, die ich natürlich auch gesichert habe.

Der Worst-Case

Als mein Computer sich langsam aber sicher verabschiedete, habe ich knallhart kalkuliert. Schnell habe ich gemerkt, dass sich eine Reparatur nicht lohnt, weil zu teuer und weil ich den Computer sowieso bald ersetzen wollte. Ich habe versucht, ob ich selbstständig etwas retten kann, habe aber auch hier schnell gemerkt: Diese Zeit lohnt sich nicht. Selbst wenn ich etwas hätte tun können, investiere ich meine Zeit besser ins Anti-Zeitmanagement.

Also habe ich 24 Stunden nach dem ersten Auftreten der Symptome den Computer vom Strom genommen und in eine Ecke gestellt. Zeitliche Investition bisher: Vielleicht 1-1.5 Stunden.

Dann habe ich meinen Laptop genommen und ein paar wenige Programme nachinstalliert, die bisher noch nicht installiert waren.

Schliesslich habe ich die interne Festplatte des Computers auf eine kleine externe gespiegelt. Zur Erinnerung: Wegen der kleinen Festplatte sind nicht all meine Dateien auf dem Laptop gespeichert. Brauche ich mal etwas, was nicht auf der Dropbox liegt, dann kann ich die Datei von dieser externen Festplatte kopieren.

Und schon konnte ich nahtlos weiterarbeiten. Die ganze Geschichte hat mich also höchstens 2-3 Stunden gekostet.

Mein Fazit

Natürlich finde ich es schade, dass mein schöner Computer, an dem ich viel Freude hatte – war es doch mein erster Mac -, kaputt ging. Und natürlich hätte man vielleicht noch etwas tun können. Doch das hätte mich viel mehr Zeit gekostet, die ich nicht in meine Projekte und Aufträge investieren kann, was mich schliesslich dann wiederum Geld kostet. Deshalb habe ich mich für dieses Vorgehen entschieden.

Bis die neuen Modelle erscheinen, arbeite ich nun fröhlich an meinem kleinen Laptop weiter und hoffe, das der nicht auch noch aussteigt. Sonst habe ich ja immer noch all meine Backups. :-)

 

P.S.:
Diesen Artikel hier schreibe ich übrigens auf meinem iPad. Vorher bin ich nie auf die Idee gekommen, jetzt wollte ich das mal probieren. Einfach mit einer externen Tastatur verbinden, iA Writer (ein minimalistischer Texteditor) starten und los geht’s. Macht sehr viel Spass und auf dem iPad ist die Ablenkung bedeutend kleiner als am Laptop. Super Sache!

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Kommentare

  1. Das PC´s kaputt gehen ist logisch – die Frage nach dem Zeitpunkt eine scheinbar unklare Sache. Der Nutzer weiss nie wann sein PC über den Jordan geht – mir ist es bereits 2 mal unvorhergesehen passiert. Das erste mal im Studium war ich unvorbereitet – das bedeutete insgesamt 4 Nachtschichten aufgrund eines Referates. Beim zweiten Absturz war ich doch eher gelassen – kostenloses und automatisches Backupsystem mit meiner externen Festplatte – dennoch hatte ich Outlook nicht vollständig auf dem Schirm.

    Die Möglichkeit mit der DropBox oder neuerdings auch mit der Cloud ist natürlich extrem zuvorkommend. Allerdings kostet es dennoch einiges an Zeit einen neuen PC mit der entsprechenden Softwareausstattung aus zu rüsten – jedenfalls bei mir.

    Für die Möglichkeit das meine Daten online sind bin ich dankbar – der Haken, dort sind die Daten auch angreifbar.

    Jede Lösung bietet also Vor- und Nachteile – man sollte sich also die Zeit nehmen um mit einem Fachmann (der einem die Möglichkeiten erstmal erklärt) die für die eigenen Umstände beste Lösung zu erreichen.

    Gruss
    Klaus Schaumberger

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