
Photo by sosij
Es gehört zum Alltag von jedem von uns, regelmässig Dinge zu notieren: Ideen, ToDo-Listen, aber auch Zusammenfassungen von Büchern, Protokolle usw. Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber früher habe ich fleissig notiert (z.B. an der Uni), aber konnte schon bald darauf nichts mehr mit meinen Notizen anfangen. Ich warf sie meist schnell wieder weg und benutzte das Notieren nur dazu, konzentriert zu zu hören, aber nicht, um wirklich Informationen festzuhalten. Das hat sich gründlich geändert, seitdem ich MindMaps benutze.
MindMaps
Die meisten von euch kennen sicherlich MindMaps. Wenn ich die grössten Vorteile von MindMapping gegenüber dem linearen Notieren festhalten müsste, dann wäre das für mich vor allem drei Punkte:
- Man kann alles auf einen Blick erfassen. Es ist also überhaupt kein Problem, ein ganzes Buch oder eine Vorlesungsreihe auf einem A3-MindMap festzuhalten.
- Man kann zu jedem Zeitpunkt an einem beliebigen Ort etwas ergänzen.
- MindMaps sind gehirngerecht, da man mit Farben, Formen und Zeichnungen arbeitet.
Unser Gehirn funktioniert nicht mit Worten. Unser Gehirn denkt in Bilder, Gerüchen, Klängen usw. Unser Gehirn ist sogar so etwas wie ein MindMap. Zwar sind die Zweige untereinander noch viel vielfältiger verknüpft, aber es arbeitet in Assoziationen und Verknüpfungen. MindMaps sind der Versuch, das Gehirn auf Papier nach zu zeichnen oder -korrekter – Informationen gehirngerecht festzuhalten.
MindMapping lässt sich nicht in einem einzigen Blogeintrag erklären. Zwar sind die Grundprinzipien schnell erklärt (Florian Rustler macht dies in seinem Blog in drei sehr guten Beiträgen: Teil 1, Teil 2, Teil 3), aber es ist meiner Meinung nach wichtig zu wissen, was eigentlich alles dahinter steckt und wie man die Informationen möglichst gehirngerecht darstellen kann. Wenn man das aber mal geschafft hat und seine MindMap-Sprache gefunden hat, ist es tatsächlich möglich, den Inhalt eines ganzen Buches, welches man gemappt hat, in wenigen Minuten wieder abzurufen, sogar inklusive vieler wichtiger Details.
Sehr gerne mappe ich in Sitzungen, vor allem dann, wenn ich Protokoll führen muss. Diskussionen sind nämlich nie sehr stringent. Sie springen viel mehr von einem Thema zum anderen oder man kommt immer wieder mal zurück zu einem Punkt, den man bereits diskutiert hat. Dafür ist MindMapping perfekt: So kann ich ohne weiteres weitere Informationen an einen Zweig anfügen, obwohl wir schon drei Zweige weiter sind. Mit linearem Notieren ist dies nicht möglich.
MindGraphic
Es gibt viele Formen, Informationen zu visualisieren. Eine ganz spannende Methode, die ich an einem Workshop kennen gelernt habe, ist MindGraphic. An dem Workshop war Herbert Weber von MindGraphic da und hat während des gesamten Workshops die Inhalte in einem Bild visualisiert. Er hat weniger die Ergebnisse festgehalten, sondern er hat eher den Prozess verbildlicht. Am Schluss kam ein riesiges Bild heraus, wo man die einzelnen Stationen anschauen konnte. Interessanterweise kamen mir beim Betrachten direkt die Inhalte wieder in den Sinn. Ausserdem konnte ich den roten Faden und den Prozess mit einem Blick erfassen. Ohne das Bild war der Workshop für mich wie eine Ansammlung verschiedener Highlights, die sich aber dank dem Bild zusammenfügten wie ein Puzzle. Sehr spannend! Leider kenne ich mich da zu wenig aus, aber ein Blick auf die Homepage lohnt sich allemal! Er stellt dort nämlich verschiedene Techniken der Visualisierung vor.
Ressourcen
Ich bin kein Visualisierungsspezialist, sondern nur einfacher, bescheidener Anwender. Wer jetzt aber Lust hat, sich damit näher zu beschäftigen, dem lege ich folgende Seiten und Bücher ans Herz:
- Tony und Barry Buzan: Das Mind-Map-Buch: Der Klassiker unter den MindMap-Büchern vom “Erfinder” und seinem Bruder geschrieben. Wer das Buch liest, versteht und umsetzt kann sofort wunderbare MindMaps zeichnen.
- www.creaffective.de/blog: Der Blog von Florian Rustler, einem Berater und Seminarleiter zu Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Neben MindMapping beschäftigt er sich auch mit anderen Techniken wie beispielsweise Schnelllesen, sechs Hüte von de Bono, GTD, Wissensmanagement usw.
- www.mindgraphic.ch: Die Seite vom oben angesprochenen Herbert Weber. Ich habe schon besser designte Seiten gesehen, aber man kann sich mit den spannenden Inhalten lange beschäftigen.
- www.mindjet.de: Der Hersteller der bekannten Mapping-Software MindManager. Damit lassen sich zwar nicht MindMaps im eigentlichen Sinn herstellen, weil die Maps doch in eine gewisse Struktur gepresst werden müssen und so die Kreativität eingeschränkt wird, aber es gibt dutzende andere Einsatzmöglichkeiten.
- www.imindmap.com: Eine relativ neue Software, welche von Tony Buzan angestossen wurde. Mittlerweile gibt es sie in der Version 2.0, aber es fehlen noch ein paar wichtige Funktionen und das Programm ist sehr langsam. Aber sicherlich ein Programm mit grossem Potential!
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Ich stöbere einfach gerne auf blatternet.de herum. Ich benütze die Mindmapping Software von novamind.com. Nach dem Lesen obiger Beiträge ist es aber eher BusinessMapping. Ich werde mir einen Ruck geben und vermehrt wieder Papier und Stift zur Hand nehmen, um MindMaps zu erstellen.
Danke für die Denkanstösse!
Gruss aus dem Berner Oberland,
Martin
Danke für das Kompliment!
Novamind/BusinessMapping: Ist ja nicht schlimm! :-) Man sollte sich einfach bewusst sein, welches Instrument sich für welche Aufgaben eignet. Der Witz beim “echten” MindMapping ist ja das gerhirngerechte Festhalten von Dingen. Deshalb arbeitet man mit Bildern, Zeichnungen, Farben usw. Das lässt sich auf einem Computer nur beschränkt simulieren, am ehesten noch mit iMindmap und einem TablePC.
Wenn man jedoch MindMaps erstellt, die andere Leute auch verstehen sollten, empfiehlt sich eher die computergestützte und halt wortlastigere Variante.
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[...] Was mich besonders freut, ist der Link am Schluss zu meinem schon etwas älteren Artikel “Warum ich meine Informationen visualisiere“.5 Tipps: Wie Sie mit genug Schlaf Ihr Potential abrufenWenn ich schon auf mich selbst [...]
Ich finde Mindmaps gerade zur Sammlung von Ideen (Brainstorming) – also zur Informationsfindung – interessant. Hier können gut die Vorteile der Computer-Technik ausgespielt werden (der Graph passt sich immer den neuen Ideen an, man muss nichts neu zeichnen oder “reinquetschen”) und die Methode ist den meisten Papiermethoden deutlich überlegen (es gibt Ausnahmen, die für recht spezielle Anwendungen gedacht sind, eine davon findet sich im Helfrecht-Universum, eine andere in der Hirt-Methodik). Bestehende Gedankengänge zu visualisieren oder Zusammenfassungen zu erstellen habe ich bisher damit nicht gemacht – ist mal ein interessanter Ansatz. Es gibt übrigens für die ganz preisbewussten kostenlose Midmap-Software (freemind), die zumindest für das Erstellen eines Mindmaps völlig ausreichend sind.
Ich “denke” oft in MindMaps. Hier können meine Gedanken ja auch wachsen und dank der guten Software wird die Darstellung laufend angepasst. Auch Zusammenfassungen oder Mitschriften bei Referaten erstelle ich so.
Zu Freemind: Das ist wirklich für die ganz Preisbewussten und man kann damit arbeiten. Von all der MindMapping-Software, die ich ausprobiert habe, ist das aber die schlechteste und am wenigsten ausgereifte Software.
Ich nutze mittlerweile iMindMap, das zwar nicht billig ist, aber seit der neusten Version so richtig brauchbar und gut ist – und von Tony Buzan autorisiert, falls das jemandem sonst auch wichtig ist.